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Pressemitteilung -
22. Oktober 2007
„Es geht ums Ganze, Constanze!
Perspektiven für NRW“
Annähernd 300 Frauen trafen sich am 20. Oktober in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn zum Kongress „Es geht ums Ganze, Constanze!“ um Perspektiven für NRW zu entwickeln.
Eingeladen hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung und das FrauenMädchenNetz NRW. Das FrauenMädchenNetz NRW ist ein landesweites Bündnis von Organisationen und Einrichtungen, die mit und für Frauen und Mädchen arbeiten und sich für die Belange von Frauen und Mädchen stark machen. Insgesamt sind rund 800 Organisationen und Einrichtungen im FrauenMädchenNetz NRW vertreten. In den Einrichtungen und Organisationen wird für und mit Mädchen und Frauen in verschiedenen Lebensphasen und Lebenslagen gearbeitet. Wir fördern in unseren jeweiligen Arbeitsfeldern und Einrichtungen die qualitative Weiterentwicklung mädchen- und frauenspezifischer Arbeit.
Mit dieser Veranstaltung wurde deutlich, dass es nach wie vor eine lebendige und kraftvolle Frauenbewegung in Nordrhein-Westfalen gibt, die auf gefestigte Strukturen im Land und vor Ort zurückgreifen kann. Allerdings gingen aufgrund einer rigiden Kürzungspolitik der derzeitigen Landesregierung auch wichtige Bereiche der Infrastruktur für Frauen verloren.
So z.B. die Fachstellen Frau und Gesundheit, die wesentliche Aspekte der Gesundheitsversorgung für Frauen bearbeitet haben. Ebenso die Regionalstellen Frau und Beruf NRW, die eine anerkannte Beratungs-, Bildungs- und Vermittlungsarbeit für Frauen geleistet haben.
Den Frauenhäusern wurde eine für die Arbeit dringend notwendige Personalstelle gestrichen.
Eine zentrale Forderung war deshalb die Rücknahme der Kürzungen durch die Landesregierung und der Ausbau notwendiger zukunftsorientierter Investitionen in die Infrastruktur für Frauen und Mädchen
In vier Arbeitsgruppen wurden die Themen diskutiert, die die Frauen zur Zeit am meisten berühren:
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Frauen in die Waagschale - Recht und Gerechtigkeit |
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Nicht Mangel, sondern Fülle - Zukunft der Bildung und Arbeit für Frauen |
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Wer nicht träumt… - Macht ist die Möglichkeit zu handeln - Politik für Frauen |
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Immer in Bewegung – schneller, schöner, total gesund?? |
Die Expertinnen und Teilnehmerinnen der Arbeitsgruppen kamen zu folgenden Ergebnissen:
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Im Recht ist vieles erreicht, Ungerechtigkeit ist dennoch eine alltägliche Erfahrung von Frauen. Um dieses zu ändern bietet das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz von 2006 viele Potentiale zur gerechteren Ausgestaltung von Frauenalltag. |
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Die Bildungsgeschichte der heutigen Frauengeneration ist eine Erfolgsgeschichte, die sich nicht in der beruflichen Lebensplanung von Frauen bzw. ihren Chancen auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt. Die Bildungssysteme müssen sich für die unterschiedlichen Altersgruppen von der Elementarerziehung bis zum lebenslangen Lernen öffnen. Dazu muss in NRW noch viel Geld in die Hand genommen werden, um Modellprojekte in die Fläche zu bringen und allgemeine Standards zu setzen. |
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Bildungs- und arbeitsmarktpolitisch ist trotz der Erfolge noch viel zu tun; ein Hebel liegt darin, politische Entscheidungsprozesse zu beeinflussen, um die Rahmenbedingungen immer weiter zu verbessern. Der zweite, wichtige Hebel, den Frauen in der Hand haben, ist die immer stärkere Vernetzung – auch über Struktur- und Fachgrenzen hinaus. Konkret können z.B. Mentoring-Programme die immer breitere Schere zwischen Bildungseliten und Bildungsfernen Bereichen schließen helfen. Denn der Genderaspekt darf sich nicht auf akademische Diskurse beschränken, sondern muss in Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik umgesetzt werden. |
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Im Gesundheitsbereich sind die Defizite ausführlich im Landesbericht der Enquetekommission „Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung in NRW“ (2001 – 2004) und von der Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW (2000 – 2006) beschrieben worden. Die Koordinationsstelle ist seit März 2006 geschlossen und die Kategorie Geschlecht im Gesundheitswesen von NRW kein Thema mehr! Frauen stecken viel Zeit in die Gesundheitsvorsorge, die heute zunehmend privat finanziert werden muss. Das ist eine Schande vor dem Hintergrund wachsender Frauen- und Kinderarmut. |
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Macht ist die Möglichkeit zu handeln, fällt aber schwer, wenn die Spielregeln und Politikstile sich zu Lasten der Frauenthemen verändert haben. |
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Unterschiedlichkeit und Vielheit sind Voraussetzung (nicht nur in der Frauenpolitik), um die nötige Spannung für gemeinsames Handeln in gelassenen Koalitionen zu ermöglichen. |
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Einen neuen Feminismus brauchen wir nicht, denn seit 40 Jahren werden die richtigen Fragen gestellt und die notwendigen Antworten im jeweiligen Kontext gegeben. Es fehlt allerdings an deren Umsetzung. |
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Alle brauchen Ziele, die uns leidenschaftlich machen! Denn elementare Forderungen wie Existenzsicherung, Unversehrtheit, Gleichberechtigung, sind allenfalls „anreformiert“, im Bereich der Existenzsicherung sind deutliche Rückschritte zu verzeichnen. Deshalb muss gesellschaftspolitisch noch sehr viel getan werden. |
Das FrauenMädchenNetz NRW wird den begonnenen Diskurs weiterführen und an die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker herantragen.
Denn: Es geht ums Ganze, Constanze!
Fragen zum Kongress beantworten:
Christine Weinbörner, Gleichstellungsbeauftragte in Krefeld, Tel.: 02151 - 86 2050, c.weinboerner@krefeld.de
Lydia Klettke, Fachstelle Frauen und Beruf in Essen, Tel.: 0201 – 311071, LydiaKlettke@diespinnen.de
Gabriele Bischoff, Geschäftsführerin der LAG Lesben in NRW e.V., Tel.: 0211 – 69 10 530, lesben-nrw@w4w.net
Ursula Clauditz, Friedrich-Ebert-Stiftung, Tel.: 0228 – 883342, Ursula.Clauditz@fes.de
Download der Pressemitteilung als pdf-Datei |
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FrauenMädchenNetz NRW
- Frauengipfel -
Dachverband autonomer
Frauenberatungsstellen NRW e.V.
Grabenstr.13, 45964 Gladbeck
Der Paritätische Wohlfahrtsverband
Landesverband NRW e.V.
Fachgruppe Frauen, Jugend und Kulturarbeit, Kinder, Familie und Migration
Camillo-Sitte-Platz 3, 45136 Essen
Deutscher Gewerkschaftsbund Bezirk NRW
Abteilung Frauen-, Familien-, Wohnungspolitik und Migration
Friedrich-Ebert-Str. 34-38
40210 Düsseldorf
FrauenRat NW e.V.
Julius-Doms-Str. 13
51373 Leverkusen
FUMA e.V. Fachstelle Gender NRW
Rathenaustr. 2-4, 45127 Essen
LAG autonomer Frauenhäuser NRW
Postfach 500349, 44203 Dortmund
LAG autonomer Frauen-Notrufe in NRW
Ackerstr. 144, 40233 Düsseldorf
LAG autonomer
Mädchenhäuser/feministische
Mädchenarbeit NRW e.V.
Robert-Geritzmann-Höfe 99
45883 Gelsenkirchen
LAG Mädchenarbeit NRW e.V.
Roberstr. 5a, 42107 Wuppertal
LAG kommunaler Frauenbüros/
Gleichstellungsstellen NRW
Kasernenstr. 6, 40213 Düsseldorf
LAG Wildwasser NRW
An den Lothen 8, 44892 Bochum
LAG Lesben in NRW
Ackerstr. 144, 40233 Düsseldorf
Landeskonferenz der Gleichstellungs-
beauftragten der Hochschulen und
Universitätsklinika des Landes
Nordrhein-Westfalen,
Koordinierungsstelle, c/o FH Köln,
Ubierring 40, 50678 Köln
Netzwerk von Frauen und Mädchen
mit Behinderungen NRW
Neubrückenstr. 12, 48143 Münster
Fachstelle Frauen und Beruf
Die Spinnen e.V.
Bäuminghausstr. 46, 45326 Essen |